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27. April 2018

Gewässerqualität

Toxischer Plastikmüll im Genfersee

Von den gigantischen Plastikstrudeln in den Weltmeeren hat jeder schon gehört. Aber dass Plastik – und nicht zu knapp – auch unsere Seen verschmutzt, ist weniger bekannt und kaum erforscht. Die Umweltforscherin Montserrat Filella von der Universität Genf hat die Wissenslücke mit ihrer Studie etwas verkleinert. An diversen Kieselstränden rund um den Genfersee hat sie 3000 unterschiedliche Plastikteile gesammelt, z. B. Flaschendeckel, Spielzeuge, aber auch Bruchstücke von allem Möglichen. Davon hat sie 670 mithilfe der Röntgenfluoreszenz-Spektroskopie untersucht. Mit erschreckendem Ergebnis: Zahlreiche Fundstücke enthalten hohe Konzentrationen toxischer Elemente wie Kadmium, Brom oder Chrom.

Manche der gefundenen Substanzen werden längst nicht mehr in der Plastikproduktion verwendet. Dies weist einerseits darauf hin, dass der Plastikmüll zum Teil schon Jahrzehnte im Genfersee ist, und dass die Freisetzung nur sehr langsam verläuft – deswegen die noch immer sehr hohen Konzentrationen. Nehmen Lebewesen Kunststoffpartikel zu sich, können die giftigen Zusatzstoffe gar in die Nahrungskette gelangen. Auch wenn moderne Kunststoffe bezüglich giftiger Metallgehalte weniger problematisch sind, bleibt Kunststoff per se ein Problem. Denn wenn Fische oder Vögel sich den Magen damit füllen, verhungern sie.

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